Vorläufiges Programm

Hier finden Sie das tagesaktuelle Programm des Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2017.

Schwerpunktthemen des Kongresses

  • Akut- und Notfallmedizin
  • Gesundes Leben
  • Kein Kind wird zurückgelassen

Akut- und Notfallmedizin

Akutmedizin ist gefordert, wenn umgehender Abklärungs- und Behandlungsbedarf besteht. Bei Notfällen sind Maßnahmen wegen der unmittelbaren Gesundheitsgefährdung unverzüglich erforderlich. Akut- und Notfallmedizin sind tageszeitlich nicht patientenbezogen planbar und erfordern somit die Vorhaltung medizinischer Ressourcen, die in fallbezogenen Abrechnungssystemen nicht hinreichend abgebildet werden können. In der Pädiatrie treten überdurchschnittlich viele akute Erkrankungen auf, die eine qualitativ hochwertige Versorgung mit breiter fachlicher Kompetenz und guter Organisation in Klinik und Praxis erfordern. 


Gesundes Leben

Technischer und medizinischer Fortschritt haben in der Kindermedizin viele schwere Krankheiten praktisch beseitigt. Aber auch die heutigen Lebensbedingungen schaffen typische Krankheiten. Unter anderem ist wegen der uneingeschränkten Verfügbarkeit energiehaltiger schmackhafter Lebensmittel jedes sechste Kind übergewichtig. Die generations- und modeabhängigen Veränderungen der Lebenskultur und der sozialen Umweltbedingungen haben teilweise kolossale Folgen für die Kindergesundheit. Als historisches Beispiel gilt hier die SIDS-Endemie nach Einführung der Bauchlage Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Folgen der digitalen Revolution mit einem immer kürzer werdenden Veränderungszyklus sind für die Gesundheit der Kinder weder absehbar noch hinreichend geprüft. 


Kein Kind wird zurückgelassen

Im internationalen Vergleich gewährt das deutsche Gesundheitssystem besser als in vielen anderen Ländern allen Patienten grundsätzlich Zugang zur Spitzenmedizin. Dennoch ist die Qualität der individuellen Patientenversorgung durch fehlende Inanspruchnahme, unterschiedliche Ressourcenverfügbarkeit und den daraus folgenden Beeinträchtigungen in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen nicht überall zufriedenstellend. Auch finden nicht alle Krankheiten in Krankenversorgung, Forschung und Lehre die gleiche Berücksichtigung. Inklusion hat nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine kindermedizinische Dimension.


Programmschwerpunkte DGKJ

Die Diagnostik und Therapie in der Notfallambulanz ist Inhalt mehrerer Workshops und Sitzungen. Es konnten erfahrene Kinderärztinnen und -ärzte aus den verschiedenen pädiatrischen Subdisziplinen gewonnen werden, um neue und spezielle Gesichtspunkte aus der Gastroenterologie, Pneumologie, Bildgebung, Neuropädiatrie und Kardiologie zu referieren. Diese Experten stellen auch die differenzierten diagnostischen Möglichkeiten in ihren Teilgebieten dar.

In einer dreitägigen deutsch-chinesischen Vortragsschiene treffen erstmalig in der 114-jährigen Geschichte des Kongress für Kinder- und Jugendmedizin ausgewählte Vertreter der verschiedenen pädiatrischen, kinderchirurgischen und sozialpädiatrischen Teilgebiete aus diesen beiden Nationen in 9 Sitzungen aufeinander, um sich kollegial auszutauschen. Eine ganztägige Update-Vortragsschiene am letzten Kongresstag vermittelt den neuesten Kenntnisstand im gesamten Spektrum der Pädiatrie.

Lebensgewohnheiten bei Ernährung, Konsum und Kommunikation sind gesundheitsrelevant und werden ebenso diskutiert wie Schlafumfeld und Schlafbedingungen mit ihrem Einfluss nicht nur auf das SIDS-Risiko, sondern im Schulalter auf das Leistungsverhalten und die psychische Gesundheit. In mehreren Sitzungen wird thematisiert, welche Weichenstellungen bereits bei der Geburt erfolgen – genetische, biologische, psychosoziale und familiäre.

Auch alternative Ernährungsformen und Behandlungsformen haben ihren Platz auf diesem Kongress. Das wissenschaftliche Interesse wird insbesondere bei einigen Sitzungen zu Immunabwehr, Allergie und Sepsis angesprochen. Der erste Tag des Kongresses ist ausgefüllt mit Workshops zum Training kinderärztlicher Fertigkeiten, insbesondere in der Differentialdiagnose und Akuttherapie.


Programmschwerpunkte DGSPJ

Vielfältige Programmpunkte des Kongresses haben allgemeine sozialpädiatrische Inhalte, insbesondere spiegeln sie sich in den gemeinsamen Sitzungen mit unseren Schwestergesellschaften wider.

Ein zentrales Thema des Kongresses ist „Kein Kind wird zurückgelassen“. Dementsprechend ist es für uns Kinder- und Jugendmediziner an der Zeit, in die Diskussion um die „Inklusion“ unserer Patienten besonders aus 

medizinischer und sozialpädiatrischer Sicht einzusteigen. In einer Hauptplenumsdiskussion werden unterschiedliche Standpunkte der Erziehungswissenschaften diskutiert, und auch die Vertreter der Selbsthilfe können ihre Sicht darstellen. Das zweite Plenum greift das Thema Schädel-Hirn-Trauma auf, deren Langzeitnachbetreuung sozialpädiatrische Aspekte beinhaltet.

Somit ist der Übergang geschaffen zu den speziellen sozialpädiatrischen Themen, die wir in verschiedenen Symposien aufgreifen wollen. Viele SPZ blicken mittlerweile auf eine mehr als 25-jährige Erfahrung zurück. Dementsprechend sind auch unsere Patienten älter geworden und wir müssen uns neuen Fragen stellen. Das Symposium „Patienten mit komplexen Behinderungen werden älter“ wird sich dem widmen.

Die Diskussion zur Geschlechtsidentität ist in unserem klinischen Alltag angekommen. Die Sitzung „Geboren im falschen Körper – Transsexualität im Kindes- und Jugendalter“ wird sich dieser Thematik und seinen Kontroversen stellen.

Auch die Patienten mit genetischen Syndromen werden älter – „Genetische Syndrome über die Lebensspanne“. Welche Hinweise und Ratschläge können wir ihnen speziell für ihre gesundheitliche Vorsorge und Entwicklung mitgeben?

Natürlich wird auch die ambulante und die stationäre Neurorehabilitation als Teil der speziellen Sozialpädiatrie einen entsprechenden Platz finden. „Welchen Einfluss haben die neuen Medien auf die Lebenswelt der Kinder- und Jugendlichen?“ Hier erweitern wir unseren Blick über den klinischen Alltag hinaus in Richtung Public Health und öffentlichen Gesundheitsdienst.

Wo fängt spezielle Sozialpädiatrie an, wo hört die allgemeine Sozialpädiatrie auf? Das Symposium „Kontroversen der Sozialpädiatrie“ wird u. a. diese Fragestellung aufgreifen.

Alle zwei Jahre vergibt die DGSPJ für herausragende Forschungsarbeiten in der Sozialpädiatrie den „Stefan-Engel-Preis“. Dem Preisträger wird in einem Festsymposium gebührend Platz eingeräumt, um seine Arbeit vorstellen zu können.

Natürlich erwarten wir auch spannende Vorträge und Poster, die von Ihnen eingereicht werden.

Das schon legendäre Musikforum wird aufgrund des großen Zuspruchs der letzten Jahre im großen Saal des Kongresszentrums stattfinden.

Praxisnahe Workshops beschäftigen sich u.a. mit:

• Differentialdiagnose von Bewegungsstörungen
• Klassifikation und Timing von frühen Hirnverletzungen
• Neuro-Feedback
• Betreuercoaching bei FASD
• ICF-CY-Training
• Kommunikation mittels Dolmetscher etc.
• Cerebral bedingte Sehbeeinträchtigungen
• Behandlung der Enuresis


Programmschwerpunkte DGKCH

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie begeht die 56. Herbsttagung. In den letzten Jahren haben sich interdisziplinäre Sitzungen bewährt. Auch in Leipzig diskutieren die konservative und operative Kinder- und Jugendmedizin zusammen mit der Kinderradiologie und Kinderkrankenpflege über die bereits genannten Schwerpunktthemen.

In zwei Sitzungen werden unterschiedliche Aspekte des Schädelhirntraumas anhand der neuen Leitlinie beleuchtet. Die Notfallbehandlung und Diagnostik des akuten Abdomens gibt häufig Anlass zu unterschiedlichen Interpretationen und Sichtweisen und wir freuen uns jetzt schon auf lebhafte Diskussionen, gemeinsam mit pädiatrischen Gastroenterologen, Kinderradiologen und Kinderchirurgen. Die Behandlungsrealität der thermischen Verletzungen im Kindesalter wird von den unterschiedlichen Akteuren und nicht zuletzt von Betroffenen (Paulinchen e.V.) beleuchtet.

Es geht letztlich darum, festzustellen, wann eine spezialisierte Behandlung notwendig ist.

Gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Kinderanästhesie (WAKKA) werden mögliche Folgen von Narkosen und Sedierungen in den ersten Lebensjahren thematisiert. Die Sorgen der Eltern werden nicht selten durch reißerisch aufgemachte Medienberichte verstärkt und müssen mit sorgfältiger und sachlicher Information aufgefangen werden. Dieses neuralgische Thema bedarf einer intensiven, interdisziplinären Auseinandersetzung.

Den Langzeitverlauf bei frühkindlichen GIT-Erkrankungen mit einem Schwerpunkt auf abdominaler Spaltbildung und Gallengangsatresien diskutieren wir gemeinsam mit pädiatrischen Gastroenterologen, Kinder- und Jugendärzten und Sozialpädiatern.

Leistungssport im Kindes- und Jugendalter wird kontrovers gesehen. Ist „Sport eher Mord“ und führt zu vielen Verletzungen und Überlastungen oder schützt er im Gegenteil vor Zivilisationskrankheiten? Welche Erfahrungen liegen im Leistungssport vor?

Außerdem wird das von Prof. Tillig verfasste Zukunftspapier der DGKCH mit der DGKJ in einem Symposium besprochen, um die Zentralisierung in Zusammenhang mit den Perinatalzentren ebenso wie die Frage, wie viel Kinderchirurgie die konservative Kinder- und Jugendmedizin braucht, zu thematisieren.

Das letzte Thema wird die Inklusion sein: Kein Kind wird zurückgelassen. Ärzte und Betroffene haben häufig diametral auseinandergehende Sichtweisen. Deswegen ist die Stimme der Betroffenen von großer Bedeutung. Wir freuen uns bereits jetzt auf viele fruchtbare und anregende Diskussionen.

Am 12. September werden klassischerweise die Workshops angeboten. Als Kinderchirurgen bieten wir ein „Wundversorgungssymposium“ und „Kinderchirurgie für Pädiater“ an. Für den Nachwuchs gibt es ein Refresher-Kurs Sonographie (Assistenzärzte in der Notaufnahme) und ein Videosymposium „How to treat“ zur Laparoskopie und Thorakoskopie.

Für die Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten wird außerdem das „Forum Junge Kinderchirurgie“ zum zweiten Mal auch auf der Herbsttagung organisiert.


Programmschwerpunkte BeKD

Ganz herzlich laden wir, der BeKD e.V., Sie zu unserer Jahrestagung ein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bieten Ihnen ein vielfältiges Programm.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie wird es für den Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland die 40. Jahrestagung sein, die Kinderkrankenpflegenden ermöglicht, neueste Erkenntnisse zu erwerben und sich auszutauschen.

Dabei werden wir am 14.09.2018 in unserem Kolloquium über Assessmentinstrumente zur Ermittlung des Pflegebedarfes bei Kindern und Jugendlichen und erste Erfahrungen bei ihrer Umsetzung sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich berichten.

Der 15.09.2018 unserer Jubiläumstagung beinhaltet traditionell vorrangig spezielle Themen aus dem Berufsfeld der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Inhalte dieser Jahrestagung werden die Themen Transplantationsmedizin, Gesundheitsfürsorge und das Thema Inklusion sein.

Von besonderem Interesse dürften für Sie die aktuellen Entwicklungen zum Pflegeberufereformgesetz und die damit verbundene Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sein.

Wir können in diesem Jahr auf 120 Jahre Kinderkrankenpflege zurückblicken, die interessanterweise in Sachsen ihren Ursprung nahm.


Wir laden Sie herzlich ein, sich aktiv am Kongress zu beteiligen: Melden Sie Ihre Beiträge zu den genannten Themen an und nutzen Sie die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch mit Kollegen aller Fachgesellschaften!

Wir freuen uns auf das Zusammentreffen mit Ihnen im September in Leipzig!

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